Das Paul-Schneider-Gymnasium (PSG) setzt schon aktuell um, was das rheinland-pfälzische Bildungsministerium ab 1. Februar 2027 plant: Keine private Nutzung von digitalen Endgeräten während der Schulbesuchszeit. Da die Meisenheimer Schule akuten Handlungsbedarf sieht, trat sie frühzeitig in einen Diskussionsprozess, an dem neben Lehrern auch interessierte Schüler sowie Eltern beteiligt waren. Ziel ist ein verantwortungsbewusster Umgang mit Smartgeräten.
Das Ergebnis: Es wurden 18 sogenannte Handy-Garagen mit jeweils 30 Wertschließfächern und Schlüsseln angeschafft und in den Türnischen der Klassenräume montiert. Darin schließen die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I – Klassen fünf bis zehn – morgens ihr Smartphone und andere Smartgeräte ein und nehmen sie erst bei Schulschluss wieder an sich – sofern das Smartphone nicht als Unterrichtsgerät von der Lehrkraft eingesetzt wird.
Für die Oberstufe gelten andere Regeln. Für sie wurden beispielsweise sogenannte Handy-Parkplätze angeschafft, in die Smartgeräte einsortiert und am Lehrerpult deponiert werden. Sie können ihre Handys in beiden Oberstufenräumen und der Bibliothek nutzen. Dabei ist Eigenverantwortung der Gymnasiasten gefragt. Die neuen Nutzungsordnungen sind Teil der Haus- und Hofordnung, die für alle an der Schule gelten.
Schulleiterin Karin Hofmann und ihre Stellvertreterin Jutta Lißmann sehen in diesen neuen Regeln nicht ein bloßes Verbot, sondern einen pädagogisch motivierten Ansatz, der die Jugendlichen unterstützen soll, damit sie sich wieder mehr auf Lerninhalte konzentrieren und ein förderliches soziales Miteinander pflegen können. Sie hoffen auf eine hohe Akzeptanz sowie Verständnis und Unterstützung der Eltern, und dass sie im Interesse ihrer Kinder und deren gesunder persönlichen Entwicklung ebenfalls Regeln im Umgang mit digitalen und sozialen Medien aufstellen.
Die Smartphone-freie Mensa, die als Speise- und Begegnungsraum dient, habe Erfolge gezeigt. „Es ist unfassbar, plötzlich reden die Schüler dort wieder miteinander. Und wir haben keinerlei Widerstände“, versichern beide. Das Handyverbot gelte auch für Lehrkräfte, die als Vorbild vorangehen sollen. Bereits im Juni wurden die Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Projektwoche von ihrer Klassenleitung über die Neuerungen informiert. Für die Erziehungsberechtigten gab es einen mehrseitigen Brief, in dem Schulleiterin Karin Hofmann ausführlich die Gründe darlegte und dazu aus der Präambel der Nutzungsordnung für Smartphones zitierte.
Bis es soweit war, dass die Handy-Garagen/Wertschließfächer und Handy-Parkplätze zu nutzen sind, waren organisatorisch einige Hürden zu nehmen, unter anderem war auch der Brandschutz eingebunden. Der Aufwand sei enorm groß gewesen, jedoch mit Unterstützung bewältigt worden, erklären Karin Hofmann und Jutta Lißmann erleichtert. Die Kosten in Höhe von insgesamt rund 13.500 Euro hat der Förderverein Vereinigung der Freunde, Förderer und Ehemaligen (VFFE) übernommen.
+ Roswitha Kexel (ÖA)


