Auf den Spuren deutscher Geschichte und demokratische Prozesse unserer Zeit – die bildungspolitische und Gedenkstättenfahrt nach Weimar und Berlin der Stufe 10

Vom 2. bis 8. Mai 2026 führte unsere Klassenstufe 10 die politische Bildungsfahrt nach Weimar und Berlin durch.

Die Fahrt nach Weimar startete samstagsmittags von der Bushaltestelle des PSG, sodass wir gegen Abend in unserer Unterkunft, dem A&O-Hostel Weimar, ankamen. Die Fahrt verlief ereignislos, aber einige Vorfreude war bereits vorhanden. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen und uns zum Abendessen im Speisesaal getroffen hatten, stand eine Stadtrallye durch Weimar an. Diese wurde von Gustav Steck geplant und von uns Schülern in Gruppen durchgeführt. Wir sahen viele historische und interessante Gebäude, wie zum Beispiel Goethes und Schillers Wohnhaus. Als wir mit der Stadtrallye fertig waren, hatten wir bis zur Nachtruhe Freizeit.

Am nächsten Tag besichtigten wir die Gedenkstätte Buchenwald. Jede Klasse bekam eine dreistündige Führung, wonach wir uns auf dem Appellplatz unter Paul Schneiders Zellenfenster zu einer kurzen Andacht trafen.  Zusätzlich wurde uns die Zelle, in der Paul Schneider bis zu seiner Ermordung gefangen gehalten wurde, geöffnet, und wir konnten in Kleingruppen hineingehen. Nach einer Mittagspause besuchten wir die ebenfalls sehr beeindruckende Dauer-Ausstellung zur KZ-Geschichte. Anschließend fuhren wir zum Mahnmal mit dem mächtigen Glockenturm, welches die DDR-Regierung 1954-58 zum Gedenken an die Gräuel in Buchenwald errichtet hat. Nach den anstrengenden Besichtigungen ging es wieder zurück zum Hostel für das Abendessen und eine Reflexionsrunde, in der wir unsere Gefühle zu Buchenwald teilen konnten. In den sieben Stunden auf dem Gelände des ehemaligen KZs hatten wir viel Erschreckendes gesehen, weshalb uns der Tag mental sehr mitgenommen hat.

Wir beendeten diesen Tag mit individuell gestalteter Freizeit bis zur Nachtruhe um 22 Uhr. Am nächsten Morgen gab es noch Frühstück und dann reisten wir weiter nach Berlin.

Noemie Porcher

Berlin (04.-08.05.2026)

Am dritten Tag sind wir kurz nach dem Frühstück mit dem Bus nach Berlin aufgebrochen. Nach der Ankunft um circa 15:00 Uhr konnten wir das Tempelhofer Feld erkunden, welches früher als Start- und Landebahn des Flughafens Berlin-Tempelhof diente und jetzt als Park genutzt wird. Die 10a führte dort Interviews mit Passanten durch, da sie den Flughafen bereits im Erdkunde-Unterricht behandelt hatten. Danach ging es zu unserem Hostel in der Nähe des Hauptbahnhofes. Nach dem Beziehen der Zimmer und dem Abendessen konnten wir noch einen Spaziergang machen, unter anderem zum Brandenburger Tor und dem Reichstagsgebäude in der Abenddämmerung.

Am Dienstag standen politische Themen im Mittelpunkt. Ein Teil unserer Gruppe besuchte am Vormittag den Bundesrat. Dort nahmen wir an einem Rollenspiel teil. Dabei konnten wir selbst erleben, wie eine Sitzung des Bundesrates abläuft und wie politische Entscheidungen getroffen werden. Das war sehr interessant, weil wir dadurch einen besseren Einblick in die Politik bekommen haben. Da nicht alle Schüler und Schülerinnen teilnehmen konnten, besuchte der Rest stattdessen das Urban-Street-Museum und das Olympiastadion. Am Abend erkundeten wir gemeinsam den Bundestag. Dort durften wir in den Plenarsaal hineingehen und bekamen eine kleine Informationsveranstaltung über den Bundestag und die Arbeit im Bundestag. Danach konnten wir noch die bekannte Glaskuppel besichtigen und den Ausblick über Berlin genießen. Zwischen den Programmpunkten hatten wir immer wieder Freizeit. In dieser Zeit konnten wir essen gehen oder uns frei in der Stadt bewegen.

Mittwochs sind wir mit der S-Bahn zur Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen gefahren. Als wir ankamen, standen wir kurz im Regen, bevor wir uns in die Cafeteria setzen durften, um die Zeit bis zum Beginn unserer Führungen zu überbrücken. Zuerst sahen wir einen kurzen Film über Hohenschönhausen. Dann bekam jede Klasse je einen Guide, wobei die 10b besonderes Glück hatte, da sie einen Zeitzeugen (Hans Schulze) zugeteilt bekam. Bei der Besichtigung durften wir u.a. die Zellen, Verhörräume und den Transporter, mit denen die Insassen ankamen, anschauen.

Danach hatten wir Freizeit bis zu den Theateraufführungen; zwei von drei Gruppen besuchten an dem Tag die Aufführungen „Krug. Zerbrochen! – ein Lustspiel frei nach Heinrich Kleist“ bzw. „Linie 1“. Wobei sogar fast alle Lehrer wach geblieben sind… Abends hatten wir noch die Möglichkeit, das Champions-League-Spiel Paris Saint-Germain gegen Bayern München zu schauen.

Am Donnerstag besuchten wir die Gedenkstätte Berliner Mauer. Dort nahmen wir an einem Workshop teil, bei dem wir Biografien von Maueropfern erarbeiteten. Dabei begaben wir uns auf eine Art Spurensuche durch die Bernauer Straße in Berlin, um dort Hinweise und Orte zu suchen, die mit den jeweiligen Personen verbunden waren. Die Ergebnisse unserer Arbeit hielten wir als Präsentation fest, welche wir am Ende vortragen mussten. Dadurch konnten wir viel über die Geschichte der Berliner Mauer und die Schicksale der Menschen lernen. Außerdem bekamen wir an diesem Tag noch eine Führung von der Berliner Stadtmission, zu der auch unsere Unterkunft gehörte. Zuerst erhielten wir einen theoretischen Einblick in das Thema Obdachlosigkeit und erfuhren, wie Menschen überhaupt obdachlos werden können. Danach wurde uns die Notunterkunft gezeigt, in der obdachlose Menschen für eine Nacht schlafen dürfen. Diese Führung war sehr interessant und hat vielen von uns gezeigt, wie wichtig solche Einrichtungen sind. Am Abend besuchte die letzte Gruppe noch das Theaterstück „On Air On Fire“. Bis zum Abendessen hatten alle anderen Freizeit, in der sie noch ein letztes Mal Berlin erkunden konnten. Zusätzlich wurde am Abend noch eine freiwillige Abendrunde zur Berliner Siegessäule angeboten.

Am Freitagmorgen traten wir schließlich nach dem Frühstück gegen halb neun die lange Heimreise von Berlin zurück nach Meisenheim an. Nach vielen Staus und mehreren Stopps trafen wir schließlich am Abend um circa halb acht am PSG in Meisenheim ein.

Insgesamt war die Klassenfahrt nach Berlin und Weimar eine sehr schöne Erfahrung. Berlin ist eine unglaublich vielseitige Stadt, welche viele verschiedene Eindrücke von Politik und Geschichte bis hin zu Kultur und Freizeit bietet. Weimar dagegen ist eine kleinere Stadt, jedoch sehr schön und bietet ebenfalls viele spannende Eindrücke. Wir haben in dieser Woche viel gelernt, aber auch gemeinsam viel erlebt und Spaß gehabt. Außerdem war es schön, dass alle 10. Klassen gemeinsam gefahren sind, weil man dadurch schon neue Leute kennenlernen und Freundschaften für die Oberstufe knüpfen konnte. Daher wird die Fahrt wahrscheinlich vielen noch lange in Erinnerung bleiben.

Zu guter Letzt möchten wir, die Schulgemeinschaft des PSG, uns bei den Förderern der Fahrt bedanken: Diese besondere Woche hätte so nicht stattfinden können ohne die großzügige Unterstützung des Vereins der Freunde und Förderer des Paul-Schneider-Gymnasiums, des Bildungswerks Heinz Hesdörffer e. V. sowie des Pädagogischen Landesinstituts. Wir danken allen unseren Sponsoren von ganzem Herzen! Denn ihr Engagement ermöglicht es uns, unseren Schülerinnen und Schülern auf sehr eindrucksvolle Weise Erfahrungen zu vermitteln, die wesentlich dazu beitragen, sie zu mündigen, demokratischen und aufmerksamen Staatsbürgern heranwachsen zu lassen.

Traudl Westermeyer