„Schön, dass junge Leute noch lesen!“ – Emma Stenzhorn vom PSG gewann den Regionalentscheid des Vorlesewettbewerbs

Emma Stenzhorn vom Paul-Schneider-Gymnasium hat den Regionalentscheid des 67. Vorlesewettbewerbs des Deutschen Buchhandels für den Landkreis Bad Kreuznach West gewonnen. Sechs Mädchen und ein Junge lasen in Bad Sobernheim um die Wette. Sie hatten sich zuvor im Wettbewerb der sechsten Klassen ihrer jeweiligen Schule qualifiziert.

„Wie schön, dass junge Leute noch lesen!“ – Diesen Ausruf einer Bücherei-Mitarbeiterin teilten Eltern und Großeltern, die im Publikum saßen, aus vollem Herzen. Im Evangelischen Gemeindezentrum stellten sich die Jugendlichen unter der Regie der öffentlichen Bücherei der Stadt und der Evangelischen Paul-Schneider-Gemeinde dem Urteil der Jury. Sie kamen von weiterführenden Schulen aus Bad Sobernheim, Kirn, Meisenheim und Waldböckelheim. Ihre Aufgabe: Vorlesen aus einem selbst gewählten und in der zweiten Runde einem ihnen unbekannten Text.

Emma Stenzhorn hatte sich für den Wettbewerb einen Roman aus der „Whisperwicks“-Reihe von Jordan Lees ausgesucht. „Ich finde Fantasy-Bücher richtig toll und diese Geschichte ist sehr spannend“, begründete sie ihre Wahl. Nach Meinung der Jury, der Sabine Schmidt, Silke Wagner, Monika Grötsch, Hermann-Josef Schlicht und Werner Bohn angehörten, hat sie die Aufgabe besonders souverän gelöst. Kriterien der Bewertung waren neben der Textauswahl auch Lesetechnik und Interpretation. Die elfjährige Siegerin darf nun am nachfolgenden Entscheid auf Bezirksebene teilnehmen. Wenn sie auch dort überzeugt, geht es weiter auf Landesebene und schließlich zum Bundesfinale im Juni in Berlin.

Die Auswahl der Literatur der jungen Leute umfasste eine breite Palette. Sie reichte vom Klassiker wie „Ronja Räubertochter“ und einer Pferde-Geschichte, Erzählungen über Freunde, die gemeinsam Herausforderungen bewältigen, bis zu Erzählungen über Umwelt- und Tierschutz sowie actionreiche Überlebensgeschichten. Die selbst gewählten Texte bewältigten die Jugendlichen souverän, auch wenn ihnen die Aufregung deutlich anzumerken war.

Für ihre Bereitschaft, ihr Können vor Eltern und Großeltern im Publikum zu präsentieren, zollte ihnen die Jury höchste Anerkennung. „Ich wäre stolz gewesen, hätte ich solche Leserinnen und Leser in meiner Schule gehabt“, äußerte sich Werner Bohn im Rückblick auf seine Lehrertätigkeit. Besondere Anerkennung sprach er Robin Emmel aus, dem einzigen Jungen in der Runde. „Es ist schwer, in diesem Alter gegen lauter Mädchen anzutreten“, meinte Bohn. „Euer Mut, vor großem Publikum vorzulesen, ist beeindruckend“, erklärte Büchereileiterin Claudia Engelmann. Sie machte Emma Stenzhorn Mut für die weiteren Wettbewerbsrunden.

Info: Der Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels
Rund 600 000 junge Leute nehmen jährlich am 1959 ins Leben gerufenen Vorlesewettbewerb teil. Veranstalter sind die Stiftung Buchkultur und Leseförderung sowie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels. An den regionalen Entscheiden der Städte und Landkreise beteiligen sich bundesweit über 7 000 Schülerinnen und Schüler der 6. Klassenstufe. Die über 650 Regionalwettbewerbe organisieren Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und weitere kulturelle Einrichtungen.

Bildinfo:
Emma Stenzhorn (4. von rechts) gewann den Regionalentscheid des Vorlesewettbewerbs des Deutschen Buchhandels.

+ Marion Unger