Die Begeisterung junger Menschen für soziale Berufsfelder wecken und gleichzeitig wichtige Kernkompetenzen für das spätere Leben vermitteln: Das ist das Ziel des seit mehr als 20 Jahren bestehenden Wahlfachs Diakonie am Paul-Schneider-Gymnasium in Meisenheim, das in Kooperation mit der Stiftung Kreuznacher Diakonie angeboten wird. Die Besonderheit des Projekts liegt in der Struktur der Stiftung Kreuznacher Diakonie als erfahrener Komplexträger. Durch ein enorm breites Spektrum an hauseigenen Hilfefeldern bietet die Partnerschaft den Jugendlichen vielfältige Einblicke und Erfahrungsmöglichkeiten direkt aus erster Hand.
Gerade hat wieder ein Jahrgang seine Abschlusszertifikate erhalten: Ida Becker, Julie Overkamp, Gulia Martini, Levi Fröhle, Amely Frey, Ida Klein und Ida Gobs. Auch Andriatsilavo Miharivola hat 2025/2026 daran teilgenommen. Statt grauer Theorie im Klassenzimmer erleben die Schülerinnen und Schüler hier den sozialen Sektor in seiner gesamten Vielfalt. Da die Stiftung Kreuznacher Diakonie als Komplexträger in den verschiedensten sozialen und medizinischen Kernbereichen aktiv ist, erstrecken sich die Stationen des Wahlfachs über ein tief gestaffeltes Praxis-Spektrum: Etwa in der Hospizarbeit, wo die Jugendlichen Einblicke in die sensible und würdevolle Begleitung von Menschen in ihrer letzten Lebensphase erhalten. Andriatsilavo Miharivola hat besonders beeindruckt, wie flexibel und individuell auf die Wünsche der Gäste im Hospiz eingegangen wird.
Levi Fröhle berichtete über die Arbeit Begegnungen und Arbeit die den beiden Werkstätten für Menschen mit Behinderungen in Meisenheim, wo jeder nach seinen Möglichkeiten und Tempo Arbeit und Teilhabe findet.
In der Förderschule des Bodelschwingh Zentrums bekamen Amely Frey und Ida Groß das Leben und Lernen mit Beeinträchtigungen von Kindern und Jugendlichen mit. Voller positiver Erlebnisse und Erfahrungen berichteten beide am Abschluss-Gottesdienst wie auch sie selbst durch das Projekt gewachsen sind.
Im Karl-Kirchner Seniorenheim, ein benachbartes Haus in Meisenheim, waren Ida Becker und Ida Klein unterwegs, und berichteten wie sich ihre Vorstellungen vom Thema Einsamkeit im Alter durch die Arbeit dort verändert hat.
So baut das Projekt Barrieren ab, schafft echte Berührungspunkte und begeistert Jugendliche frühzeitig für die Vielfalt sozialer Berufe. „Als Komplexträger verfügen wir über ein gewaltiges Netzwerk an Einrichtungen und Fachexperten. Es ist uns ein Herzensanliegen, diese Vielfalt für die junge Generation zu öffnen und zu zeigen, wie facettenreich, sinnstiftend und modern die Arbeit im sozialen Sektor ist“, so Pia Schönfeld und Mario Klein, die von Seiten der Stiftung kreuznacher diakonie, das Projekt leiten. Karin Hofmann, Schulleiterin des Paul-Schneider-Gymnasiums, würdigt das Engagement der Schülerinnen und Schüler: „Ich bin wirklich stolz auf Euch! Die Kooperation ermöglicht unseren Schülerinnen und Schülern Erfahrungen, die der normale Schulalltag so nicht bieten kann. Die Jugendlichen wechseln die Perspektive und gewinnen wertvolle Orientierung für ihren weiteren Lebens- und Berufsweg.“
Die Erfahrungsreise von Schülerinnen und Schülern des Paul-Schneider-Gymnasiums wird im kommenden Schuljahr fortgesetzt. Anmeldungen liegen bereits vor. Denn der Mangel an qualifiziertem Personal in sozialen Berufsfeldern ist eine der drängendsten gesellschaftlichen Aufgaben. Durch den direkten Kontakt mit Klienten und Fachkräften in den Einrichtungen vor Ort lernen die Jugendlichen nicht nur für das Zeugnis, sondern erwerben emotionale und soziale Kompetenzen, die sie nachhaltig in ihrer persönlichen Entwicklung prägen – echtes Lernen fürs Leben.
+ Stiftung kreuznacher diakonie/Andrea Djifroudi


















