Am Mittwoch, dem 15.04.26, fuhr die Jahrgangsstufe 9 zum Kloster Jakobsberg. Die Abfahrt erfolgte gegen 08:15 Uhr mit dem Bus.
Nach der Ankunft legten wir eine kleine Pause ein, bevor das Zeitzeugengespräch begann. Vorab erhielten wir eine kurze Info über die Zeitzeugen. Danach lernten wir Frau Henriette Kretz, die extra von Antwerpen angereist war, kennen. Sie ist mittlerweile 92 Jahre alt und berichtete von ihren Erlebnissen in der Zeit des Nationalsozialismus.
Henriette Kretz wurde 1934 in eine jüdische Familie geboren. Ihre Familie war liebevoll und ihre Kindheit unbeschwert. Sie lebte in der Nähe von Opatow. Ihr Vater war Arzt und ihre Mutter Anwältin. Im Herbst 1939 floh die Familie nach Lwiw (heutige Ukraine), später ins benachbarte Sambor.
Während des 2. Weltkrieges 1941 wurde die Familie vertrieben und musste in einem Ghetto leben. Sie waren ständig Hunger, Krankheiten und verschiedenen Gefahren ausgesetzt. Sie berichtete von jahrelanger Verfolgung, Angst und Verlust. Ihr Vater versuchte, die Familie vor dem Schlimmsten zu bewahren, jedoch wurden ihre Eltern vor ihren Augen erschossen. Sie überlebte, da sie sich versteckte und in einem von Nonnen geführten Waisenhaus Schutz fand. Ihre Schilderungen waren sehr detailliert und bewegend und dauerten ca. 1. Std. 40 Min.
Nach dem Kriegsende wurde sie von ihrem Onkel und ihrer Tante, den einzigen Überleben-den ihrer Familie, adoptiert und gelangte nach Antwerpen. Dort studierte sie später Kunstgeschichte und arbeitete als Lehrerin für Französisch und Kunst. Sie lebte auch mehrere Jahre in Israel, bevor sie nach Belgien zurückkehrte. Sie war verheiratet, hat zwei Söhne und drei Enkel. Bis heute engagiert sie sich als Zeitzeugin und ist Mitglied des polnischen Vereins Kinder des Holocaust.
Nach dem Vortrag gab es eine kurze Pause, um das Gehörte zu verarbeiten. Anschließend konnten wir Frau Kretz Fragen stellen, die sie auch beantwortete.
Zum Abschluss machten wir noch ein gemeinsames Foto mit Frau Kretz, bevor es wieder zurück zur Schule ging.
Noel Rohr, Benjamin Emrich Benjamin Emrich





