Exkursion des LK Erdkunde zur Energielandschaft Morbach
Am Donnerstag, dem 14. April 2011, starteten wir, der Erdkunde LK der Klassenstufe 11, um 8:15 Uhr zusammen mit unserem Lehrer Herr Ohliger die Exkursion zur Energielandschaft Morbach, deren Betreiber juwi ist. Nach gut einer Stunde Busfahrt kamen wir auf dem riesigen Gelände von ca. 140 ha an. Unter der Leitung von Herrn Kleifges erfuhren wir nach einer kurzen geschichtlichen Einleitung, dass das Gelände vor dem Entstehen des Energie-Parks, zum Beispiel während des Kalten Krieges, als Munitionsdepot genutzt wurde. Bevor wir dann mit dem Rundgang über das Gelände begannen, stattete uns sogar noch der Bürgermeister Morbachs einen Besuch ab!
Zuerst machten wir an den beeindruckenden, 100 m hohen Windrädern halt. Wir lernten, dass die Effizienz bei dieser Form der erneuerbaren Energien - oder vorzugsweise nachhaltigen Energien, wie uns Herr Kleifges belehrte - extrem hoch ist. Das bedeutet, dass sich die Anschaffung eines solchen schon nach 5 Monaten „bezahlt“ macht.
Besonders die Solaranlagen, zu denen uns Herr Kleifges danach führte, blieben vielen in Erinnerungen. Wer sich eine Anlage privat anschaffen möchte, muss darauf achten, dass es zwei Arten von Solarzellen gibt, die beide ihre Vor-und Nachteile haben. Es gibt kristalline Solarzellen, deren Herstellung zwar einwandfrei für die Umwelt ist, deren Effizienz sich jedoch in Grenzen hält. Dann gibt es noch sogenannte Dünnschichtzellen, deren Effizienz weitaus höher ist, über deren Herstellungsrisiken für die Umwelt jedoch noch sehr wenig bekannt ist. Dabei muss man jedoch erwähnen, dass die Effizienz von Solaranlagen insgesamt niedriger ist als bei der Windkraft. So hat der private Nutzer sein Geld „erst“ nach 5 Jahren wieder wettgemacht. Doch damit waren wir mit der Solarenergie noch nicht fertig. Als uns der Leiter aufklärte, dass sogar Schafe ohne Probleme zwischen den Anlagen grasen können, dachten viele zunächst, es handele sich um einen Scherz, aber offensichtlich sind Solaranlagen praktischer, als man denkt! Desweiteren bekamen wir die neueste Technik derselben vorgeführt, nämlich Solarzellen, die im Laufe des Tages mit der Sonne „wandern“, das heißt, sie richten sich nach der besten Sonneneinstrahlung aus und optimieren so ihren Wirkungsgrad. So erfuhren wir auch, dass man damit der Dritten Welt helfen kann und dies auch schon macht. Zum Beispiel ist juwi an einem Projekt für Mali beteiligt, bei dem man mithilfe der Solaranlagen verschmutztes Wasser wieder reinigen kann.
Nach diesem Eindruck, den die Solaranlagen bei uns hinterlassen hatten, gingen wir nun zu der Biogasanlage des Geländes. Sie produziert jährlich knapp 4 Millionen kWh Strom und 5 Millionen kWh Wärme! In den zwei Reaktoren der Anlage, die ohne Unterlass in Betrieb sein müssen, befinden sich knapp 20 000 t Biomasse (Gülle und Silage). Es herrschen hohe Temperaturen in diesen Reaktoren, wobei viel Methangas frei wird. Das Blubbern dieser Methanbläschen durften wir live miterleben, da es uns möglich war, durch kleine Fenster in den Reaktor zu schauen. Die Reste, die bei dem Gärprozess übrig bleiben, können die Bauern der Region als Dünger benutzen, sodass jeder davon profitiert.
Im Laufe seines Vortrags erklärte uns Herr Kleifges, dass die Wärme der Biogasanlage direkt zur Trocknung der Holzpellets genutzt wird, die die Energielandschaft Morbach ebenfalls herstellt. Die Sägespäne, die zur Produktion benötigt werden, entnimmt man aus Sägewerken der Umgebung. Auch wir haben einen Blick auf die halbfertigen Blockhäuser geworfen und konnten sehen, wie viele Holzabfälle dabei entstehen.
Das Highlight des Tages war die neue Art der Energiespeicherung, die im Morbacher Energiepark getestet wird. Dabei kann überschüssige Energie, die vorübergehend nicht eingespeist werden kann, in Methangas umgewandelt, ohne Verlust gespeichert und sogar transportiert werden, was natürlich ganz neue Möglichkeiten für die Zukunft eröffnet.
Nachdem wir unsere Führung beendet hatten und mit unseren Eindrücken voll und ganz beschäftigt waren, traten wir die Heimreise gegen 12:00 Uhr an und kamen kurz nach 13:00 Uhr in Meisenheim an. Den Tag kann man als vollen Erfolg verbuchen.
Katharina Balthasar und Tina Krischok

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